Liebe Gemeindeglieder,

auf absehbare Zeit werden wir keine Gottesdienste in Schönfeld und Weißig miteinander feiern können. Uns fehlen diese Feiern, uns fehlt Gottes Zuspruch und uns fehlen die Begegnungen miteinander. Dennoch sind wir nicht allein, es gibt die Medien, uns zu verbinden. Hier oder auf dem Youtubekanal der Landeskirche können wir teilhaben an Online-Gottesdiensten und Abendgebeten mit unserem Bischof, Tobias Bilz. Wir sind dazu herzlich eingeladen.


Der letzte Live-Stream-Gottesdienst

Wir laden Sie  ein, den letzten Online-Gottesdienst vom 29. März 2020 um 11:00 Uhr aus der Kirche "Maria am Wasser" Dresden-Hosterwitz noch einmal zu erleben.

Die Predigt hielt OLKR Burkart Pilz. Die Liturgie übernam Pfrn. Dr. Maria Heinke-Probst der Ev.-Luth. Kirchgemeinde »Maria am Wasser«.

Sie starten den Gottesdienst hier.

Die Kollekte ist diesen Sonntag für die Arbeit in der eigenen Kirchgemeinde bestimmt. Bitte überweisen Sie Ihre Kollekte auf das Konto Ihrer Kirchgemeinde.


PREDIGT AM SONNTAG LÄTARE, 22.03.2020, 11:00 Uhr, SCHLOSSKIRCHE CHEMNITZ

Livestream der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens

Predigttext Jesaja 66,10–14

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras.


Liebe Schwestern und Brüder,

in unserer Küche, wo wir seit letzter Woche die meiste Zeit verbringen, gleich neben der weiß gestrichenen Küchentür, den Handtüchern und dem Gewürzregal hängt eine Pinnwand. Bunte Pinnadeln sind da zum Befestigen, Fotos und Rezepte. Manchmal, wenn es in meiner Familie drunter und drüber geht, wenn alles zu viel wird und wir fast den Überblick verlieren, dann hängen meine Frau und ich an diese Pinnwand Merkzettel an. Gelb oder weiß oder grün, schnell geschnitten oder gerissen. Mit Filzstift steht dann da, was jetzt wichtig ist: 15 Uhr Kinder abholen, oder, rot unterstrichen: Omi zum Geburtstag anrufen, oder einfach nur: Brot kaufen.
Vielleicht haben Sie auch so eine Merkzettel-Pinnwand in Ihrer Küche? Mir hilft sie, um die Übersicht zu behalten, um ins Gedächtnis zu rufen, was keinesfalls vergessen werden sollte, wenn alles durcheinander geht.

Durcheinander sind wir seit einigen Tagen, aber anders als sonst. Ich denke, Ihnen allen geht es so – auf je eigene Weise. Das Corona-Virus hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Unser normaler Alltag funktioniert nicht mehr. Auf bisher unbekannte Weise müssen wir erleben, wie wenig wir unser Leben in der Hand haben. Eine Verunsicherung, wie sie jedenfalls meine Generation noch nie erlebt hat. Und wir wissen nicht, was morgen noch kommen wird.

Vielleicht feiern Sie diesen Gottesdienst gemeinsam mit Ihren Kindern, die wochentags nicht mehr zu Schule gehen können, und für die jetzt jeden Tag alles zu Hause zu organisieren ist. Vielleicht sind Sie Großeltern und vermissen, dass Sie Ihre Enkel nicht besuchen und umarmen können. Es tut Ihnen weh, nicht helfen zu können. Und die Enkel vermissen Sie genauso. Vielleicht sind Sie von der Arbeit freigestellt und wissen nicht, wie es finanziell weitergehen wird. Und vielleicht sitzen Sie auch zu Haus in Quarantäne. Und dazu schwebt über uns allen die Sorge, dass auch wir krank werden könnten, oder es womöglich schon sind.

Jesaja schreibt uns heute Merkzettel für die Pinnwand. Sätze sagt er, die ich gerne auf Zettel schreiben möchte und fest machen in meiner Küche neben der weiß gestrichenen Tür, dort, wo jetzt die Schulranzen stehen. Sätze, die in das Durcheinander und die Überforderung hineinleuchten, die der Angst in die Quere kommen und sagen, was jetzt keinesfalls vergessen werden darf. Sätze sind das, einst und zuerst gesagt zu Israel, dem erwählten Volk Gottes.

Die Menschen damals wollten den Tempel wieder aufbauen nach dem Exil. Sie hatten große Pläne. Enttäuscht waren sie, dass vieles so anders ging, als sie hofften. Verunsichert waren sie, weil sie den Gang der Dinge nicht in ihrer Hand hatten. Da redet der Prophet. Er ordnet die Gedanken der Verunsicherten und Ängstlichen. Er lenkt sie in eine gute Richtung. Und mit dem, was er sagt, kommt der Prophet auch uns heilsam in die Quere.Der erste Satz des Propheten, den ich gerne notieren mag, damit er keinesfalls vergessen wird, ist keine Anweisung, kein Aufruf. Er ist eine feste Zusage.  Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“, sagt Gott. Gott – wie eine Mutter.

Mütter lassen nicht von ihren Kindern ab, auch, wenn es viel wird. Sie fühlen mit, und verbergen oft ihre eigenen Sorgen. Sie hören. Mütter sind geduldig, und daher vielleicht nicht immer konsequent. Sie werden schwach, so sagen manche, aber wir wissen: Die Schwäche der Mütter ist in Wahrheit Stärke.

Gott sagt zu uns: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Wenn es so ist, wie es gerade ist, in dieser Zeit der Krise, wenn ihr stark sein müsst, dann bin ich da. Ich schaue nicht weg. Ich beschwichtige aber auch nicht. Ich höre euch zu. Kommt zu mir, kommt so, wie ihr zu einer Mutter kommen könnt. Lehnt euch bei mir an und redet mit mir. Ich bin da.

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Ein erster Merkzettel für die Pinnwand in der Küche, geschrieben in Dunkelrot, wie die Liebe.

„Freut euch!“, steht auf dem zweiten Merkzettel Jesajas. Der Zettel ist grün wie die Hoffnung

und der Satz ist stark und vielleicht sogar anstößig. Freut euch, sagt der Prophet, denn auch diese Krise wird ein Ende haben. Wir werden nicht mehr dieselben sein – nach Corona. Aber der Tag wird kommen, an dem die Krise Vergangenheit ist und uns nicht mehr bedrängt. Dann wird die Freude groß sein.

Jetzt sind wir voller Sorgen, weil wir nicht wissen, wie lange es dauern wird und was noch geschehen wird. Aber die Zeit wird kommen, in der die Großeltern ihre Enkel umarmen. Die Rucksäcke der Schulkinder werden wieder bunt auf den Straßen leuchten. Wir werden uns umarmen und tanzen und küssen. Wir werden uns aufs Fahrrad schwingen mit unseren Terminen und Plänen.

Freut euch mit Jerusalem, schreibt Jesaja, wo jetzt niemand hinreisen kann. Freut euch mit Leipzig, mit Dresden, mit Aue, mit Heinsberg in Nordrhein-Westfalen und mit Bergamo in Italien. Freut euch mit all diesen Orten, um die wir uns jetzt so sorgen, und deretwegen wir jetzt so traurig sind.

Die Sorge und die Trauer werden einmal Vergangenheit werden. „Wir werden es sehen und unser Herz wird sich freuen und unser Gebein soll grünen wie Gras.“ Kräftig und grün, der Merkzettel an der Pinnwand, wie das Leben selbst. Und gerne möchte ich ihn anpinnen in meiner Küche.

Und bis dahin, liebe Schwestern und Brüder? Bis dahin lassen wir uns niemals ganz gefangen nehmen von den Sorgen und der Angst. Aussprechen können wir bei Gott, was uns umtreibt und Angst macht und durcheinanderbringt. Gott ist da und tröstet uns mütterlich. Hoffnung können wir haben, dass diese Krise nicht alles und das Letzte ist. Und darum, weil wir uns trösten lassen und Hoffnung haben, werden wir frei. Wir werden frei, aufeinander zu achten und denen beizustehen, die unseren Beistand brauchen. So wie die vielen, die sich in diesen Tagen schon einsetzen für andere, in den Intensivstationen, bei der Feuerwehr, in Krisenstäben und Notfallteams, die Lehrerinnen, die neue Wege suchen für den Unterricht, die Einkaufshilfen in der Nachbarschaft.

Nicht hamstern, sondern hinhören und hinschauen! Nicht Rückzug auf sich selbst, sondern neue und andere Wege suchen, um aufeinander zu achten, auch aus der Distanz.

Und auch die nicht vergessen, die an den Rändern Europas stehen und deren Not nicht nur darin besteht, ihren Alltag zu Hause neu organisieren zu müssen, sondern kein Dach über dem Kopf haben.

Ein dritter Merkzettel für die Pinnwand, geschrieben in Hellblau: „Frieden, der sich ausbreitet wie ein Strom“.

Ein Teil dieses Stromes sein. Trost, der überspringt auf die Nachbarn und wächst. Hoffnung, die ansteckt mit Worten, über den Balkon. Und was wie Schwäche aussieht, ist Stärke: Geduld haben, zuhören, warten, aneinander anlehnen, in Gesprächen am Telefon.

Liebe Schwestern und Brüder, morgen wird wieder Montag sein. Ein Montag, wie es ihn so noch nicht gegeben hat. Ich werde in meiner Küche sitzen, sorgenvoll die Nachrichten hören, Freunde anrufen, mit hoffentlich starken Nerven meine Kinder ansehen, die um die Kücheninsel rennen und nach ihren Schulfreunden fragen,

In all dem will ich auf meine Pinnwand schauen. Auf ihr leuchtet es in Rot, in Grün und in hellem Blau.

Das darfst du jetzt nicht vergessen:

Gott spricht: Ich will dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Freut euch, denn dies wird ein Ende haben!

Frieden soll sich ausbreiten wie ein Strom – auch durch mich.

 

22. März 2019
Pfarrer Dr. Christoph Herbst, Chemnitz Kontakt: christoph.herbst@evlks.de


Gemeindeleben in der Zeit des Corona-Virus

Wie wir am 18. März erfahren haben, werden nun aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus alle Gottesdienste, Veranstaltungen und regelmäßige Treffs bis mindestens 20. April entfallen müssen. Dies gab es noch nie, solange man denken kann. Es ist ein Zustand, den man sich eigentlich nicht vorstellen kann. Aber das geht ja nicht nur unserer Kirchgemeinde so, sondern betrifft die gesamte Gesellschaft.
Wir werden nach neuen Möglichkeiten suchen, um trotzdem mit den Gemeindegliedern in Kontakt zu bleiben. Das betrifft auch besonders Karfreitag und Ostern. Irgendwie werden wir eine Aktion anbieten, die für keinen gefährlich sein wird und trotzdem Außenwirkung hat.
Wer von Ihnen Ideen hat, wie wir trotzdem ein klein wenig in Verbindung bleiben können, der melde sich gern bei uns.
Für Seelsorgegespräche oder andere Anliegen steht jederzeit Pfarrer Fritzsch bereit (Tel. 0176/70778665).

Auf alle Fälle ist ein Punkt sicher: unsere Kirchen werden jeden Tag geöffnet sein für stille Andacht und Gebet. Die Kirchen sind groß genug, um sich ungefährlich darin zu bewegen und keinen Virus weiterzugeben oder zu erhalten. Nutzen Sie bitte diese Möglichkeit gern!
Auch werden immer die Glocken läuten, sowohl an den Werktagen als auch sonntags zu den gewohnten Gottesdienstzeiten. Die Glocken erinnern ja nicht nur an Morgen, Mittag und Abend. Sondern seit alters her erinnern sie uns ans Gebet! Nutzen wir also auch diese Möglichkeit ausgiebig, wenn wir die Glocken hören!

Alle weiteren aktuellen Nachrichten erhalten Sie bei unseren Mitarbeitern, in den Schaukästen und auf unserer Website www.kirchgemeinde-schoenfeld-weissig.de.

Die Landeskirche hat ebenfalls digitale Angebote bereitgestellt, um das gemeindliche Leben zu unterstützen. Die folgende Website wird ständig aktualisiert: https://engagiert.evlks.de/mitteilungen/kirchliches-leben-in-zeiten-der-coronavirus-pandemie/

Kommen Sie gut durch die Zeit und bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer Wilfried Fritzsch


Unsere geplanten Gottesdienste

06.03.2020 Weltgebetstag Gemeindesaal Schönfeld 18.30 Uhr Weltgebetstagsabend
08.03.2020 Reminiszere Kirche Weißig 09.30 Uhr Familiengottesdienst zum Weltgebetstag
15.03.2020 Okuli Gemeindesaal Schönfeld 09.30 Uhr Abendmahlsgottesdienst zum Beginn der Bibelwoche mit Taufgedächtnis
22.03.2020 Lätare Kirche Weißig 09.30 Uhr Gottesdienst zum Abschluss der Bibelwoche
29.03.2020 Judika Kirche Weißig 10.00 Uhr Regionalgottesdienst mit Abendmahl
05.04.2020 Palmarum Kirche Schönfeld 09.30 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit Jubelkonfirmation
09.04.2020 Gründonnerstag Gemeindesaal Schönfeld 19.00 Uhr Tischabendmahlsfeier
10.04.2020 Karfreitag Kirche Weißig 09.30 Uhr Abendmahlsgottesdienst
10.04.2020 Karfreitag Kirche Schönfeld 14.00 Uhr Andacht und Musik zur Sterbestunde
12.04.2020 Ostersonntag Kirche Schönfeld 09.30 Uhr Festgottesdienst
13.04.2020 Ostermontag Kirche Bühlau 10.00 Uhr Regionalgottesdienst
19.04.2020 Quasimodogeniti Kirche Weißig 09.30 Uhr Gottesdienst mit Verabschiedung von Frau Schöne
26.04.2020 Miserikordias Domini Kirche Schönfeld 09.30 Uhr Predigtgottesdienst
03.05.2020 Jubilate Kirche Weißig 09.30 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit Taufgedächtnis
10.05.2020 Kantate Kirche Schönfeld 09.30 Uhr Gottesdienst mit Musical der Kurrende
17.05.2020 Rogate Kirche Weißig 09.30 Uhr Gottesdienst, ausgestaltet durch die Konfirmanden der 8. Klasse
20.05.2020 Vorabend Himmelfahrt Schlosskapelle Pillnitz 19.00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst zu Himmelfahrt
24.05.2020 Exaudi Kirche Schönfeld 09.30 Uhr Abendmahlsgottesdienst
30.05.2020 Pfingstsonnabend Kirche Weißig 18.00 Uhr Erstabendmahlsfeier der Konfirmanden mit Familie und Gemeinde
31.05.2020 Pfingstsonntag Kirche Weißig 10.00 Uhr Konfirmationsgottesdienst
01.06.2020 Pfingstmontag Kirche Hosterwitz 15.00 Uhr Regionalgottesdienst mit anschl. Kaffeetrinken
07.06.2020 Trinitatis Kirche Schönfeld 09.30 Uhr Predigtgottesdienst
14.06.2020 1. So. n. Trin. Kirche Schönfeld 09.30 Uhr Predigtgottesdienst
14.06.2020 1. So. n. Trin. Kirche Weißig 11.00 Uhr Abendmahlsgottesdienst
21.06.2020 2. So. n. Trin. Kirche Weißig 09.30 Uhr Predigtgottesdienst
21.06.2020 2. So. n. Trin. Kirche Schönfeld 11.00 Uhr Abendmahlsgottesdienst
24.06.2020 Johannistag Friedhof Weißig 18.00 Uhr ??? Johannisfeier
28.06.2020 3. So. n. Trin. Friedhof Schönfeld 09.30 Uhr Gottesdienst zum Johannistag